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Ho narro: Die Konstanzer Fasnacht

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Gestern war Weiberfastnacht oder wie der Tag in Konstanz heißt „Schmutziger Dunschtig“. Wir nehmen dies als Anlass für einen kleinen Beitrag über die schwäbisch-alemannische Fasnacht in Konstanz.

Die schwäbisch-alemannische Fasnacht, wie sie im südwestdeutschen Raum und in Teilen der Schweiz gefeiert wird, beginnt meist am 06. Januar. Ab dem Dreikönigstag finden vermehrt Umzüge und Veranstaltungen statt.

Die erste Konstanzer Narrengesellschaft, die Elefanten AG wurde 1880 gegründet. Wenige Jahre später folgten mit der Narrengesellschaft Kamelia Paradies und der Niederburg Große Konstanzer Narrengesellschaft die nächsten beiden Vereine. Heute gibt es in Konstanz unzählige größere und kleinere Narrenvereine. Viele haben übrigens ihr Häs – ihr Fasnachtskostüm – im Konstanzer Fasnachtsmuseum im Rheintorturm ausgestellt. Figuren der schwäbisch-alemannischen Fasnacht sind häufig Teufelsgestalten, Hexen, Tier- und Sagengestalten.

Der Hemdklonkerumzug

Konstanzer Teufel

Konstanzer Teufel

Der Höhepunkt der Konstanzer Fasnacht ist der „Schmutzige Dunschtig“. Bereits am frühen Morgen werden die Einwohner mit Fanfaren und Trommeln geweckt. Schulen und Kindergärten werden befreit und im Rathaus übernehmen die Narren die Macht. Die Straßenfasnacht beginnt. Am frühen Nachmittag findet auf dem Obermarkt das Jakobiner-Tribunal statt. Hier wird einer Person des öffentlichen Lebens der Prozess gemacht. Am Abend findet dann der alljährliche „Hemdklonkerumzug“ statt. „Hemdklonkerumzüge“ gibt es in vielen Orten im schwäbisch-alemannischen Raum. Entstanden ist dieser Brauch jedoch vermutlich in Konstanz. Ursprünglich ein Spaß, den sich Gymnasiasten mit ihren Lehrern machten. Sie versammelten sich lärmend vor deren Wohnungen und verspotteten die Lehrer mit Sprüchen und mitgeführten Transparenten. Nach dem Zweiten Weltkrieg entwickelte sich daraus dann der heutige „Hemdklonkerumzug“. Am Abend des „Schmutzigen Dunschtigs“ ziehen die Schüler (und andere Narren) in weißen Nachthemden und mit Zipfelmützen auf dem Kopf mit ihren Transparenten durch die Altstadt.

Großer Umzug und Fasnachtsverbrennungen

Auch an den anderen Tagen geht es närrisch weiter. Am Fasnachtssonntag findet ab 13 Uhr der große Fasnachtsumzug statt. Von der Lutherkirche durch die Altstadt und über die Marktstätte bis in die Rosgartenstraße führt der Weg des Umzugs, an dem in diesem Jahr 89 Narrenvereine teilnehmen. Am Fasnachtsdienstag finden am Abend dann die Fasnachtsverbrennungen statt. Neben anderen seien hier die Verbrennung der Münsterhexen im Pfalzgarten, die Verbrennung der Vereinigung Konstanzer Narrengesellschaften am St. Stephansplatz und die Verbannung von Seegeist Kunibert in den See genannt.

 

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